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Lohn und Gehalt Streiks und Aktionen

Warnstreiks und Aktionen

Die Beschäftigten in den Betrieben der Druckindustrie und der Zeitungsverlage in Baden-Württemberg unterstützten durch Fotoaktionen und erste Warnstreiks die ver.di-Forderung nach 12 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Beschäftigten der Druckindustrie brauchen nach vielen Jahren maßvoller Lohnabschlüsse und zwei Jahren extrem hoher Inflationsraten wieder spürbar mehr Geld im Geldbeutel. Während die Beschäftigten der Druckindustrie zuletzt deutlich spürbare Reallohnverluste hinnehmen mussten, haben die Unternehmen von ihren Preissteigerungen (+ 19,4 Prozent in 2022) und der Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe profitiert. Die Steuer wurde von 1,54 Cent pro Kilowattstunde auf 0,05 Cent pro Kilowattstunde abgesenkt, was für ein Druckunternehmen eine jährliche Einsparungen im sechsstelligen Bereich bedeuten kann – je nach Stromverbrauch. Ver.di ist der Meinung: jetzt sind die Beschäftigten dran!

Tagschicht Druckzentrum Südwest VS-Villingen Aktive Mittagspause 19. März 2024

Nachtschicht Druckzentrum Südwest VS-Villingen 19. März 2024

Freiburger Druck Aktive Mittagspause 08. April 2024

OT-Betrieb Mannheimer Morgen 09. April 2024

Aktive Mittagpause Senner Druckhaus und Senner Verlag Nürtingen 10. April 2024

Warnstreik 10. April 2024 CPI Ebner & Spiegel Ulm

Christian Clement, Mitglied der ver.di-Tarifkommission und der Verhandlungskommission

Warnstreik 11. April 2024, Freiburger Druck, Betrieb von bvdm-Präsident Wolfgang Poppen

Warnstreik 11. April 2024, Ungeheuer + Ulmer GmbH & Co. KG in Ludwigsburg

10. April 2024 Fotoaktion Badisches Druckhaus

16. April 2024 Fotoaktion Nachtschicht HVA/HMG/RNZ in Heidelberg

16. April 2024 Fotoaktion Nachtschicht Versand PZDV Heidelberg (HVA/HMG/RNZ)

30. April 2024 Warnstreik bei der Heilbronner Stimme

02. Mai 2024 Fotoaktion bei Stark Druck in Pforzheim

03. Mai 2024 Warnstreik im OT-Betrieb Mannheimer Morgen

06. Mai 2024 Warnstreik der Nachtschicht CPI Ebner & Spiegel, Ulm

08. Mai 2024 Reaktion auf das Verhalten der Arbeitgeber am Verhandlungstisch: Warnstreik bei Freiburger Druck GmbH & Co. KG

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Lohn und Gehalt

Verhandlungsauftakt –Arbeitgeber legen kein Angebot vor

Am 11. März 2024 fand in Berlin der erste Verhandlungstermin in der Tarifrunde für die mehr als 110.000 Beschäftigten der Druckindustrie statt.

Nach zwei Jahren mit einer überdurchschnittlich hohen Inflationsrate und damit verbundenem deutlichem Einkommensverlust fordern die Druckereibeschäftigten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 12 Prozent. Bereits im Vorfeld der Tarifrunde bezeichnete die Arbeitgeberseite die Forderung als „keine realistische Grundlage für Tarifverhandlungen“. Im Laufe der ersten Verhandlung wurde die Forderung als überzogen bezeichnet. Zudem seien die Arbeitgeber nicht für einen Ausgleich der Inflation zuständig. Die Preissteigerung sei derzeit ohnehin wieder rückläufig.

Den von ver.di dargestellten Nachholbedarf wies der Arbeitgeberverband zurück.Die wirtschaftliche Lage der Druckindustrie sei so angespannt, dass eine Lohnforderung von 12 Prozent die Unternehmen überfordern würde und nicht den notwendigen Spielraum für Investitionen in die Zukunft zulasse.

Die ver.di-Verhandlungskommission machte deutlich, dass Investitionen in die Zukunft auch bedeutet in die Mitarbeiterinnen zu investieren – erst recht in Zeiten des Fachkräftemangels. Der Nachholbedarf ist enorm!

Wir alle wissen: Tarifverhandlungen finden nicht im luftleeren Raum statt. Die wirtschaftliche Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil, den die ver.di-Tarifkommission nicht aus den Augen verliert. Entscheidend ist aber auch die Einkommensentwicklung. Denn während die Un- ternehmen ihre gestiegenen Kosten zumindest in Teilen an die Kundinnen weitergeben können, besteht diese Möglichkeit für die Druckereibeschäftigten nicht. Sie müssen die höheren Preise im Supermarkt und an der Tankstelle zahlen. Genau deshalb braucht es einen Ausgleich für die sehr hohen Preissteigerungen der vergangenen beiden Jahre!

Die zweite Verhandlungsrunde mit dem BVDM findet am 21. März 2024 in Nürnberg statt. Die Friedenspflicht in der Druckindustrie endet am 31. März 2024.

Tarifinfo vom 11. März 2024